Die Anpassung

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Der Weg zum Hörgerät 

Ein Hörgerät ist etwas Persönliches. Es ist an Ihren Hörverlust, Ihre Ohrform und neuerdings sogar an Ihre Hörvorlieben angepasst. Deshalb besteht die Vorgehensweise, wie man zu einem Hörgerät kommt, aus verschiedenen Schritten. Diese sind nötig, um eine optimale Anpassung in allen Belangen sicherzustellen.

Die folgenden Schritte werden bei einer Hörgeräte-Anpassung durchgeführt:

Entdecken des Hörverlusts

Bei Erwachsenen beginnt der Weg zu einem Hörgerät oft mit dem Gefühl, dass das Gehör nicht so gut ist, wie es sein sollte. Dieses Gefühl kann in Situationen entstehen, in denen man gewisse Sätze wiederholt haben möchte oder wenn andere Menschen sich über den lauten Fernseher beschweren, obwohl man die Lautstärke als angenehm empfindet.

Bei Kindern wird ein Hörverlust entweder durch ein Hörscreening unmittelbar nach der Geburt oder später durch Verhaltenshörtests bzw. durch das Beobachten der Sprachentwicklung festgestellt. Für weitere Details siehe "Audiologische Tests für Kinder“.   

1.Sitzung beim Hörgeräte-Akustiker: Diagnose, Wahl des Hörgerätes

Ein Hörgeräte-Akustiker oder ein Ohrenarzt bestimmt mit einem Hörtest, ob ein Hörverlust vorliegt. Falls dies nicht der Fall ist, benötigen Sie keine weitere Hilfe. Sonst werden die Art und der Grad des Hörverlusts für jedes Ohr individuell bestimmt und in einem Audiogramm eingetragen. Der Arzt beurteilt das Gehör und dessen Funktionsvermögen nach medizinischen Gesichtspunkten. Vor einer Anpassung beim Hörgeräte-Akustiker ist ein ohrenärztliches Gutachten zu erstellen. Insbesondere ist beim Besuch des ORL-Spezialisten abzuklären, ob die Voraussetzung für eine Versorgung des Patienten mit Hörgeräten gegeben ist oder ob sich andere gehörverbessernde Massnahmen aufdrängen. Das ohrenärztliche Gutachten bildet zugleich die Grundlage für die Kostengutsprache der Sozialversicherungen.

Der Hörgeräte-Akustiker zeigt Ihnen auf, welche technologischen Möglichkeiten in Ihrem Fall helfen können.
Der Hörverlust, die Form der Gehörgänge, Ihre Bedürfnisse, Ihr Geschmack und Budget werden alle bei der Wahl Ihrer zukünftigen Hörgeräte und deren Technologie berücksichtigt. Es gibt im-Ohr- und hinter-dem-Ohr-Modelle, Mini HdO und digitale Geräte, mit oder ohne Fernsteuerung oder FM-Empfänger, um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Hörgeräte-Akustiker macht für jedes Ohr einen Ohrabdruck - eine genaue Kopie Ihres Gehörgangs - der die Basis für die IO-Schale (falls IO-Geräte verwendet werden) oder für die HdO-Otoplastik bildet. Bei den neuen Mini-HdO Geräten ist dies nicht nötig.

2. Sitzung beim Hörgeräte-Akustiker: Anpassen des Hörgerätes

Der Hörgeräte-Akustiker hat Ihre neuen Hörgeräte physisch vorbereitet. Nun setzt er diese in Ihre Ohren ein und stimmt sie auf Ihren Hörverlust und Ihre Hörvorlieben ab. Zusätzlich informier wir Sie über die Bedienung - wie wird es eingesetzt, bedient und die Lautstärke eingestellt. Wir machen Sie auch mit der Wartung vertraut - Batteriewechsel, Reinigen und Trocknen der Geräte. Die Feineinstellung wird mittels Hörbeispielen dann optimiert und wir erklären ihnen, wie Ihre Hörgeräte in verschiedenen Hörsituationen reagieren. Nun können Sie mit Ihren neuen Hörgeräten nach Hause gehen.

Erste Schritte mit Ihren neuen Geräten

In den nächsten Tagen werden Sie sich mit Ihren neuen Geräten vertraut machen, indem Sie diese täglich für mindestens sechs Stunden tragen sollten. Die wahrscheinlich einfachste Art, Ihre Geräte kennen- und schätzen zu lernen, ist das Tragen in der Ihnen bekannten Umgebung. Lernen Sie ihre Charakteristik kennen, wenn Sie mit jemandem sprechen oder wenn sie fernsehen. Ihre eigene Stimme kann Ihnen nun fremd, vielleicht lauter, vorkommen. Falls die Lautstärke der anderen Stimmen angenehm ist, haben Sie wahrscheinlich wegen Ihrem Hörverlust angefangen, lauter zu sprechen, um Ihre eigene Stimme überhaupt zu hören. Üben Sie bewusst, leiser zu sprechen.

Wenn Sie sich an Ihre Hörgeräte gewöhnt haben, werden Sie abschätzen können, was noch verbessert werden könnte. Vielleicht möchten Sie gewisse Einstellungen verändert haben. Notieren Sie sich die Situationen, mit denen Sie nicht zufrieden sind und besuchen Sie Ihren Hörgeräte-Akustiker, der Ihre Geräte dann entsprechend feinanpassen wird.

3. Sitzung beim Hörgeräte-Akustiker: Feinanpassung

Ihr Hörgeräte-Akustiker stimmt Ihre Geräte gemä Ihrer Erfahrung ab. Er kann Ihnen auch alle Fragen beantworten, die unterdessen aufgetaucht sind und Ihnen allgemeinen Rat geben. Ihre Hörgeräte sollten nun so angepasst sein, dass sie angenehm getragen werden können und das bestmögliche Sprachverstehen bieten.

Langzeitverwendung

Verwenden Sie Ihre Hörgeräte weiterhin während mindestens sechs bis acht Stunden täglich. So werden Sie lernen, sie auf die bestmögliche Art zu verwenden und von ihnen zu profitieren. Ihr Gehör wird durch die neuen akustischen Eindrücke „trainiert“ und bleibt aktiv. So wird sicherstellt, dass sich die Verbindung zwischen Innenohr und Gehirn nicht verschlechtert. Sie werden auch herausfinden, ob Sie von zusätzlichen Geräten wie FM-Systemen, die in schwierigen Situationen mit Störgeräusch, Distanz oder Nachhall eine unschätzbare Hilfe bieten und das Fernsehen und Telefonieren enorm erleichtern, profitieren würden.

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie unserer Hörgeräte-AkustikerInnen,  wir beraten Sie ausführlich und helfen Ihnen gerne.